Geschichten sind...
Reisende...
Wegweiser...
Sie wandern...
Und verwandeln sich...
Und andere...
Ich erzähle...
Märchen, Mythen, Sagen und Legenden, aber auch Geschichten, die, wie man so sagt, das Leben schreibt, und die ich märchenhaft verdichte und erhöhe, das heißt so, dass sie über das
konkrete Einzelbeispiel hinausweisen auf allgemein Gültiges und Unsichtbares.
Ich erzähle...
für Kinder, Jugendliche und Erwachsene,
im Dialekt oder auf Hochdeutsch, Englisch und Französisch
und überall, wo Menschen Geschichten hören wollen:
Hier zu Lande und...
andern Orts am Meer,
auf der Bühne, in der
Schule und im Kindergarten, auf privaten oder Firmenfeiern, in
Restaurants, Museen und Bibliotheken, im Spital und Altenheim,
auf Stadtfesten, im Wald und auf der Wiese...
Ich erzähle...
frei und mündlich und singe dabei auch das eine oder andere Lied, meist begleitet auf der Zither. Ich stelle, gerne auch auf Wunsch, Programme zu Themen, Anlässen oder für ein spezielles Publikum zusammen.
Wie ich zum Erzählen kam oder das Erzählen zu mir:
ein Reisebericht
Als kleines Mädchen...
...wollte ich Geschichten hören. Manche kamen aus der Konserve, andere sprudelten frisch aus dem Mund... Stunden um Stunden haben meine fünf Geschwister und ich gebannt vor dem Plattenspieler verbracht. Die Märchenplatten-Sammlung war begleitet von einer Buchreihe mit den zugehörigen Texten und Bildern. So kam es, dass ich lange vor dem ersten Schultag lesen konnte. Trotzdem hat meine Mutter, die auch selber Geschichten schreibt, uns abends vorgelesen - den tiefsten Eindruck machte mir Hector Malots Roman „Sans famille“ über den kleinen elternlosen Straßenkünstler Remi, der zu Fuß durch ganz Frankreich wandert. Mein Vater, ebenfalls ein begabter Erzähler, war für Geschichten über Rutengänger, Hellseherinnen und andere wundersame Vorfahren und Zeitgenossen zuständig, von denen er atemberaubende Brücken zu schwarzen Löchern und Einsteins Relativitätstheorie schlug.
Als ich ein bisschen größer war...
...wollte ich selbst Geschichten erzählen, zunächst am Theater. Als Debüt habe ich im unserem Garten ein Volksmärchen inszeniert, das eine Märchensammlerin noch von einem traditionellen ländlichen Erzähler in einem deutschsprachigen Dorf im Ungarn der 1930er Jahre gehört hatte. Die Heldin habe ich natürlich selbst gespielt, die Nebenrollen mit meinen Geschwistern besetzt, und Gratiskekse für die Nachbarskinder sorgten für volle Zuschauerreihen. Es folgten Jahre als Schauspielerin (u.a. als türkische Fee in einem Raimund-Zaubermärchen am Wiener Burgtheater und als „Allerleirauh“ am Theater Erlangen) und Ausflüge in die Regie und Dramaturgie. Danach habe ich mich als Journalistin (u.a. Kulturredakteurin einer Presseagentur) auf die Suche nach Geschichten, die das Leben schreibt, gemacht.
Und dann...
... habe ich mich, wie die Märchensammlerin meiner Kindheit, auf den Weg zu heutigen Erzählern begeben, und zwar in Frankreich, von wo in den 1970er Jahren eine große Renaissance des mündlichen Erzählens in Europa (parallel zu den USA) ausgegangen ist. Neben meiner journalistischen Beschäftigung mit der zeitgenössischen Erzählerszene (u.a. im Rahmen einer TV-Dokumentation über den bretonischen Erzähler Bernard Le Ny) habe ich mich schließlich selbst zur Geschichtenerzählerin ausbilden lassen, u.a. am Centre Artistique International Roy Hart in den Sevennen, am Conservatoire contemporain de Littérature Orale in Vendôme und bei den großen Erzählern Michel Hindenoch und Henri Gougaud in Paris, Edith Montelle von der Société de Mythologie francaise und Ben Haggarty in London. Rückwirkend mag das aussehen wie in weiter Vorausschau geplant. Dabei ist das Leben einfach manchmal wie im Märchen: Über vermeintliche Umwege kommt man zum Ziel.